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Die 224 Jahre alte Başçavuş-Moschee in Yozgat: Die mit Kalemişi verzierte Decke steht noch

Die Başçavuşzade-Moschee im Stadtteil İstanbulluoğlu im Zentrum von Yozgat ist trotz ihrer 224-jährigen Geschichte weiterhin für das Gebet geöffnet und gilt mit ihren Kalemişi-Verzierungen als eines der originellsten historischen Bauwerke der Stadt. Die Moschee wurde 1800-1801 (H. 1215) von Halil Ağa, dem Hauptfeldwebel (Başçavuş) des Çapanoğlu Süleyman Bey, errichtet.

28. Juli 2026 Merkez, Yozgat
Die 224 Jahre alte Başçavuş-Moschee in Yozgat: Die mit Kalemişi verzierte Decke steht noch
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In der von der Herrschaft der Familie Çapanoğlu geprägten Geschichte Yozgats war es üblich, dass auch hochrangige Beamte der Familie in ihrem eigenen Namen Moscheen errichten ließen. Das von Halil Ağa erbaute Gebäude gilt als eines der am besten erhaltenen Beispiele dieser Tradition.

Eine Mauer aus Stein und Ziegel

Die Moschee wurde als Bauwerk errichtet, bei dem Stein und Ziegel gemeinsam verwendet wurden, mit einem Walmdach und einem rundschaftigen Minarett. Im rechteckig angelegten Gebetsraum befinden sich an der Ost- und Westwand je drei, an der Nord- und Südwand je zwei Fenster. Das Bauwerk mit seinem großzügigen Innenhof bleibt in der Größenordnung einer Stadtteilmoschee und wirkt neben der nahegelegenen, weitaus größeren Çapanoğlu-Moschee bescheidener.

Den eigentlichen Wert der Moschee macht ihr Innenraum aus. Die untere Decke sowie die unteren und oberen Wände des Gebetsraums sind von oben bis unten mit Kalemişi-Malereien bedeckt; rund um die halbrunde Mihrab-Nische zeigen streifenförmige Landschaftsbilder am Bagdadi-Gesims unter den oberen Emporen ländliche Gebäude, Pavillons, Brücken und Mühlen.

Kunsthistorikern zufolge findet sich eine derartige Dichte an Kalemişi- und Wandmalereien in den meisten anatolischen Moscheen des 18. und 19. Jahrhunderts nicht; die Verzierungen sind, geprägt vom westlichen Einfluss, der nach der Tulpenzeit Einzug in die osmanische Kunst hielt, mit S- und C-Schwüngen, Akanthusblättern und pflanzlichen Motiven versehen.

Geometrische Handwerkskunst an der Holzdecke

Auch die Holzdecke der Moschee sticht besonders hervor. Die geometrische Durchbruchtechnik (Ajur), die durch strahlenförmig angeordnete Holzleisten entsteht, zeugt von der Zimmermannskunst des frühen 19. Jahrhunderts.

Dass die Moschee vom Hauptfeldwebel des Süleyman Bey errichtet wurde, der auch den äußeren Teil der Çapanoğlu-Moschee erbauen ließ, verstärkt die Verbindung zwischen beiden Bauwerken; da jedoch der innere Teil der Çapanoğlu-Moschee 1779 von Mustafa Bey und der äußere Teil 1793-94 von dessen Bruder Süleyman Bey errichtet wurde, hatten die beiden Moscheen getrennte Bauphasen. Die an Größe zurückstehende Başçavuşzade-Moschee wird von Kunsthistorikern hinsichtlich des Reichtums ihrer Verzierungen als mit der Çapanoğlu-Moschee vergleichbar eingestuft.

Die auch heute noch mit ihrer Gemeinde für das Gebet geöffnete Moschee ist für Besucher von Yozgat die zweite Station nach der Çapanoğlu-Moschee. Ihre Nähe zum Stadtzentrum und ihre originellen Verzierungen machen das Bauwerk zu einer wichtigen Station des lokalen Kulturtourismus.

Kategorie
Gezi
Datum
28. Juli 2026
Standort
Merkez, Yozgat
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